Neu entdeckte Substanz hemmt Wachstum von Krebsgeschwulsten

Einer der Rädelsführer beim ungehemmten Wachstum von Krebszellen ist ein Eiweißstoff namens “Myc”. Innsbrucker Forscher haben nun in einem internationalen Team bei einer groß angelegten “Suchaktion” eine neue Substanz gefunden, die seine Aktivitäten stört und damit das Tumorwachstum im Maus-Modell stoppt. Die Studie wurde aktuell in der Fachzeitschrift “PNAS” veröffentlicht.

Myc reguliert in gesunden Zellen, wie oft wachstumsfördernde und -hemmende Gene vom Erbgut abgelesen werden. Bei fast allen Krebsarten beim Menschen ist seine Aktivität erhöht, was das Wachstum und die Vermehrung der Tumorzellen beschleunigt. Darum werden große Anstrengungen unternommen, um Myc in Krebszellen zu hemmen, erklärte Klaus Bister vom Institut für Biochemie der Universität Innsbruck im Gespräch mit der APA.

Vielversprechende Substanz gefunden

Die Forscher unter der Leitung von Peter Vogt und Kim Janda vom Scripps Research Institute in Kalifornien (USA) suchten Substanzen, die verhindern, dass Myc mit seinem Partner “Max” zusammenkommt, um gemeinsam an festgelegte Stellen im Erbgut anzudocken und bestimmte Zielgene zu aktivieren. Unter Hunderten Substanzen, die in einer “Molekül-Bibliothek” zur Verfügung standen, fanden sie vier, die die Bindung von Myc, Max und der Ziel-DNA störten. Die vielversprechendste namens “KJ-Pyr-9″ untersuchten sie genauer.

Stoppt Verbindung mit gefährlichem Eiweißstoff

Dabei fanden sie heraus, dass KJ-Pyr-9 tatsächlich die “Myc-Max-Liaison” behindert und die Zielgene bei Zugabe dieser Substanz nicht länger hoch-reguliert waren. Sie konnte auch verhindern, dass tierische Zellen im Laborexperiment durch gesteigerte Myc-Aktivität zu Krebszellen transformiert wurden.

Tumorzellen hörten auf zu wachsen

Schließlich gelang es ihnen, mit KJ-Pyr-9 das Wachstum menschlicher Tumorzellen zu stoppen: Krebsgeschwulste, die in Mäusen nach der Injektion von menschlichen Brustkrebszellen wucherten, hörten am achten Tag der Behandlung mit KJ-Pyr-9 auf zu wachsen.

Source: VOL.AT

Neueste Forschungsergebnisse zur antiviralen Wirkung der TRE-Rekombinase in Tiermodellen machen Hoffnung auf eine zukünftige Heilung von HIV/AIDS

Erstmals ist es Molekularbiologen von der TU Dresden und Virologen am Hamburger Heinrich-Pette-Institut gelungen, die Wirkung einer molekularen Schere (Tre-Rekombinase), welche gezielt HIV-Gene aus dem Erbgut von infizierten Wirtszellen entfernt, in humanisierten Mausmodellen zu demonstrieren.

Eine neue Veröffentlichung belegt weiteren Fortschritt in der AIDS-Forschung: Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Professor Dr. Frank Buchholz von der TU Dresden und Professor Dr. Joachim Hauber vom Hamburger Heinrich-Pette-Institut (HPI), Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, konnten eine hochsignifikante antivirale Wirkung der Tre-Rekombinase in humanisierten Mausmodellen nachweisen. Frühere Experimente zeigten bereits, dass die durch molekulare Züchtung im Labor hergestellte Tre-Rekombinase als bisher einzige Therapiestrategie das HIV-Erbgut aus infizierten Wirtszellen wieder entfernen und dadurch die Infektion rückgängig machen kann. Die aktuelle Studie demonstriert nun, dass die Tre-Rekombinase HIV-1 auch aus einem infizierten lebenden Organismus wieder entfernen kann. Diese Befunde sind eine wichtige Voraussetzung für zukünftige klinische Studien, die eine Heilung von HIV-Infizierten zum Ziel haben.

Die aktuellen AIDS-Therapien können die Virusvermehrung bestenfalls unterdrücken, die Krankheit jedoch nicht heilen. Prof. Buchholz widmet sich seit 15 Jahren der molekularen Züchtung von Enzymen zur Entwicklung innovativer HIV Therapieformen, deren Ergebnisse zu einer Heilung der Infektion führen könnten. Weltweit gibt es derzeit etwa 34 Millionen HIV-infizierte Menschen. „Unsere neuesten Ergebnisse sind besonders erfreulich, da das technisch komplexe Einbringen der Tre-Rekombinase in Zellen und deren hohe antivirale Aktivität ohne jegliche unerwünschten Nebenwirkungen erstmals im Tiermodell gezeigt werden konnte. Diese Ergebnisse lassen hoffen, dass die Tre-Rekombinase in absehbarer Zukunft Bestandteil einer Therapie zur Heilung von Infektionen mit dem AIDS-Virus HIV sein kann“, erklärt Prof. Frank Buchholz.

Veröffentlichte Arbeit:
Hauber I, Hofmann-Sieber H, Chemnitz J, Dubrau D, Chusainow J, Stucka R, Hartjen P, Schambach A, Ziegler P, Hackmann K, Schröck E, Schumacher U, Lindner C, Grundhoff A, Baum C, Manz MG, Buchholz F, Hauber J (2013). Highly Significant Antiviral Avtivity of HIV-1 LTR-Specific Tre-Recombinase in Humanized Mice. PLOS Pathogens (www.plospathogens.org).

Demenz: Grazer Forscher entdecken „Sprit fürs Hirn“

Probleme im Alltag, eingeschränktes Urteilsvermögen, Vergesslichkeit: Demenz ist eine schleichende Krankheit, von der in Österreich rund 100.000 Personen betroffen sind. Grazer Forscher haben nun ein natürliches Mittel dagegen entdeckt.

Es beginnt meist mit kleinen Erinnerungslücken und kann schnell das gesamte Umfeld überfordern: Demenz betrifft immer mehr Menschen. Wissenschaftler der Grazer Karl-Franzens-Universität sagen nun der Substanz Spermidin in der künftigen Behandlung von Demenz eine wichtige Rolle voraus.

Spermidin stimuliert Abbau von „zellulärem Schrott“

Spermidin findet sich laut Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz in allen Körperzellen – in besonders hoher Konzentration in Sperma, zudem in Soja, Weizen und Grapefruits. Seine Konzentration nimmt jedoch bei verlangsamtem Stoffwechsel und während des Alterns kontinuierlich ab. Ebenso verringert sich die Fähigkeit des Körpers, geschädigte Proteine und defekte Mitochondrien – die „Kraftwerke“ der Zellen – abzubauen.

Der Körper könne „zellulären Schrott“ mittels der Autophagie entsorgen, so Madeo: „Dieser Prozess baut die in den Zellen angesammelten fehlerhaften Proteine und anderen schadhaften Zellbestandteile ab und führt sie dem zellulären Magen zu, wo sie aufgelöst werden“. 2009 fanden die Grazer Forscher bereits heraus, dass Spermidin diesen Prozess stimuliert und demnach die Zellalterung bremst.

Fruchtfliegen mit besserem Erinnerungsvermögen

Diese Erkenntnis machten sich der Grazer Biowissenschaftler und sein Berliner Forscherkollege Stephan J. Sigrist nun auch bei der Erforschung von Alterserkrankungen wie der Demenz zunutze. Verursacht wird diese nach aktuellem Forschungsstand durch verklumpte Proteine, die sich im Gehirn ablagern. Die Forscher untersuchten daher an Fruchtfliegen im Labor, ob das altersbedingte Sinken der Gedächtnisleistung durch Gabe von Spermidin rückgängig gemacht werden kann.

„Nachdem wir ältere Fruchtfliegen mit Spermidin gefüttert hatten, war ihre Erinnerungsfähigkeit viel besser“, schildern Madeo und Sigrist. Die Forscher beobachteten, wie schnell die Fliegen aus bestimmten Reizen lernen und welche Spermidinspiegel damit korrelierten: „Während ältere Fliegen im Vergleich zu jüngeren weniger erfolgreich lernen, hatten die älteren Fliegen, die mit Spermidin gefüttert wurden, kein Defizit. Sie erfüllten ihre Aufgabe gleich gut wie juvenile Fliegen“, so Madeo.

Nächstes Ziel: Patientenstudien

Er zieht daraus den Schluss, dass die Autophagie tatsächliche auch in Zusammenhang mit altersbedingten Veränderungen eine wichtige Rolle spielt und Spermidin eine wichtige Substanz bei der Demenztherapie sein könnte. Als nächstes Ziel haben die Forscher Patientenstudien anvisiert.

Links:

Quelle: orf.at

Silber ist doch kein gut verträglicher Bakterienkiller

Das seit Langem wegen seiner antibakteriellen Wirkung medizinisch eingesetzte Silber schädigt in der benötigten Dosis auch menschliche Gewebezellen.

Zusätzlich schwächt ein Bluteiweiß die Wirkung auf Bakterien. Das belegte jüngst ein Team um Prof. Dr. Stephan Barcikowski vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) in drei aufeinander aufbauenden Veröffentlichungen. Continue reading