Medikamente von Grund auf neu entwickeln

Schneller verbesserte Medikamente zu entwickeln, ist Ziel einer neuen europäischen Forschungsinitiative, die mit 196 Mio. Euro ausgestattet ist.

Einzige deutsche Universität unter den 30 Partnern ist die Universität Duisburg-Essen (UDE). Dr. Markus Kaiser, Professor für Chemische Biologie am Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB): „Durch eine breit angelegte Vernetzung wollen wir dafür sorgen, dass sich Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in geeignete Medikamente umsetzen lassen.“

An der neuen Forschungsplattform European Lead Factory beteiligen sich ebenfalls niederländische, britische und dänische Universitäten sowie renommierte Forschungseinrichtungen und führende Pharmazieunternehmen aus Deutschland, Skandinavien und Belgien. Kaiser: „Wir bündeln unsere Kräfte, um gemeinsam große Kollektionen medizinisch-relevanter chemischer Verbindungen herzustellen. Anschließend wird im breiten Maßstab getestet, ob sie sich für eine chemotherapeutische Anwendung eignen.“

Die Arbeitsgruppe von Prof. Markus Kaiser erforscht neue chemische Konzepte zur Darstellung möglicher Wirkstoffkandidaten, die z.B. gegen Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer eingesetzt werden können. In der neuen europäischen Initiative wird seine Arbeitsgruppe chemische Substanzen zur medizinischen Evaluierung liefern.

Die European Lead Factory wird von der europäischen Innovative Medicines Initiative (IMI) unterstützt, der weltweit größten öffentlich-privaten Partnerschaft im Gesundheitswesen. IMI verbessert das Umfeld für pharmazeutische Innovationen in Europa durch die Beteiligung an und die Unterstützung von Experten-Netzwerken aus Industrie und Wissenschaft in gemeinsamen Forschungsprojekten. IMI unterstützt derzeit 40 Projekte, die sich mit wichtigen Engpässen in der Arzneimittelentwicklung beschäftigen. Damit können sie die Entwicklung sicherer und besser wirksamer Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten beschleunigen.

Die Forschung, durch die diese Erfolge zustande kamen, wurde von der gemeinsamen Unternehmung der Innovative Medicines Initiative unter der Förderungsvereinbarung Nr. 115489 unterstützt, deren Ressourcen aus dem 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union (FP7/2007-2013) sowie den Beiträgen der EFPIA-Unternehmen bestehen.

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Prof. Dr. Markus Kaiser,
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Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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